GRUSSWORTE

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger, liebe Vereinsmitglieder und Freunde der Kunst,

große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus!
„Ach so?“ wird mancher fragen.

Ich kann Ihnen sagen, solche große Kombination von klassischem Theater, Film, Konzert, Workshops und die Möglichkeit zur Erörterung des Ganzen im Rahmen einer Diskussion hat es auf der doch eher kleinen Waldbühne in Benneckenstein noch nicht gegeben.

Vor nicht allzu langer Zeit drohte die Waldbühne von Pflanzen überwuchert, schlimmstenfalls abgerissen zu werden.
Da bewahrheitete sich wieder mal die alte Lebensweisheit: „Not macht erfinderisch!“.

Bei der Besichtigung der ehemals gut genutzten Spielstätte war es nicht Dürrenmatts alte Dame, sondern Christel Liebetruth, der einfiel, dass ihr Sohn doch in der Branche tätig ist …

Eine Idee war geboren.
In der Kleinstadt Güllen aus Dürrenmatts Stück hofften alle Einwohner auf den Besuch der alten Dame, auf dass sie die Gemeinde reich beschenke.
Ganz anders lief es für die Waldbühne. Janek Liebetruth wurde eingeladen und war gleich begeistert. Die Idee wuchs sich zur Vision aus, einer Vision nicht die gängige Form von Theater zu bieten.

Gleichgesinnte wurden gesucht und gefunden. Sponsoren überzeugt, Verträge entwickelt. Und das mit einer Zielstrebigkeit, die ihresgleichen sucht. Denn ein noch sehr junger Verein bringt nun schon das dritte konkrete Projekt auf die Bretter, die die Welt bedeuten.

Genauer gesagt: Erst Tanz der Spitzenklasse auf Folie über Waldbühne, Ballett und Buffet im Busdepot und jetzt ein Mix aus allem was Kunst und Kultur zu bieten haben im Wald.

Da werden glatt weg für einen Zeitraum größer als ein Moment negative Zahlenkolonnen hinsichtlich der demographischen Entwicklung aus dem Bewusstsein gedrängt.
Allein an dieser Entwicklung der Dinge lässt sich ablesen: Sicher ist die Lage ernst, aber auf keinen Fall hoffnungslos!

Ein kluger Italiener (Dante Alighieri) hat mal vor langer Zeit um 1300 gesagt: Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an und handelt.

Alighieri´s Denkanstoß ist Leitspruch des Vereines.
Die Zeile bringt noch einmal ins Bewusstsein, dass die Zeit eine physikalische Einheit ist und selbst nichts tun kann. Nur wir selbst und hier ist jeder Einzelne angesprochen, können IMMER unabhängig von den äußeren Umständen positiv auf das Umfeld einwirken.
Der Verein tritt durch seine Arbeit den Beweis an.

Dieses gilt und sei der Beitrag, den der Einzelne leistet oder leisten kann, auch noch so klein. Er wirkt!

In diesem Sinne danke ich allen die sich einbringen, damit THEATERNATUR 2015 ein großer Erfolg wird.

Frank Damsch

Bürgermeister der Stadt Oberharz am Brocken

Beim THEATERNATUR2015 wird dem Publikum vom 7. bis 17. August eine breite Palette kleiner und großer Veranstaltungen aller darstellenden Künste geboten. Zwei Eigenproduktionen – „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt und das Musiktheater HARZ/HEIMAT in Uraufführung – wird der Kulturrevier Harz e.V. selbst produzieren. Darüber hinaus gibt es Gastspiele aus benachbarten Bundesländern, Konzerte und ein performatives Rahmenprogramm.

Ich freue mich sehr, dass ein solches kulturelles Großereignis hier bei uns im Harz stattfinden kann. Zu verdanken haben wir dies dem Kulturrevier Harz e.V., der es sich zum Ziel gesetzt hat, den Harz als Kulturstandort zu fördern und innovative, kraftvolle Impulse für die lokale Theaterlandschaft zu setzen. Mit der Waldbühne Benneckenstein als Veranstaltungsort wird gleichzeitig ein historisches Harzer Kulturgut wiederbelebt. Seine Lage im Dreiländereck zwischen Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Thüringen kann darüber hinaus Signale zur stärkeren Zusammenarbeit in die Region senden und so die Verbundenheit der Harzer noch mehr befördern.

Der junge Theaterverein Kulturrevier Harz e.V. mit seinem 1. Vorsitzenden Janek Liebetruth als Triebfeder möchte mit seinem Festival der Harzer Bevölkerung länderübergreifend den Zugang zu zeitgemäßer Theaterkunst erleichtern und neues Interesse an Theater und an der Region wecken. Inhaltlich wird deshalb das Thema „Heimat“ im besonderen Blickpunkt der Eigenproduktionen stehen. Und damit ist man auf der Höhe der Zeit, denn Heimatbewusst-sein liegt im Trend und ist gar nicht mehr angestaubt. Der Begriff „Heimat“ begegnet einem überall, sogar bei Kochbüchern… Dialekte sind nicht länger verpönt als Ausdruck von Ungebildetheit. Regionale, deutsche Mundarten sind wieder hoch im Kurs. Ebenso gewinnt „Heimat“ mit Blick auf die zeitgenössische Literatur an Bedeutung, wie z.B. bei den regionalen Anbindungen in aktuellen Krimis. Im Zeitalter der Globalisierung besinnen wir uns scheinbar immer mehr auf unsere Wurzeln, um uns gegen die sich immer schneller drehende Welt zu wappnen. Der Wert von Heimat ist gestiegen.

In diesem Sinne wünsche ich den Organisatoren von THEATERNATUR2015 und allen beteiligten Künstlerinnen und Künstlern viel Erfolg und dem hoffentlich zahlreichen Publikum interessante Kulturerlebnisse inmitten der wunderschönen Harzer Natur.

Dr. Oliver Junk

Präsident Harzklub e.V.